Beim Medikamentenkauf historisches Wien erleben!  

Wenn Sie in der Nähe der Wiener Innenstadt sind und Medikamente benötigen oder sich auf einer Städtereise in Wien befinden und noch schnell Hustensaft besorgen wollen, sei ein kleines, liebevoll erhaltenes Kleinod empfohlen:

Es ist nicht nur der Lage wegen, denn diese Apotheke liegt am wunderschönen Ulrichsplatz der das ganze Jahr über einen besonderen Zauber ausstrahlt. Im Sommer gibt es im angrenzenden Restaurant schattige Plätze, im gegenüberliegenden Cafe´ lässt sich gut relaxen und die Pfarrkirche St.Ulrich, die von großen schattenspendenden Bäume umrahmt wird, ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Das Verkaufslokal liegt auch am Rande des Spittelberges, der über Österreichs Grenzen hinaus wegen seiner geduckten und romantischen Künstlerhäuser bekannt und vor allem in der Vorweihnachtszeit beliebt ist.

Es lohnt sich also schon um der Umgebung willen, einen Blick in diese wunderschöne Ecke Wiens zu werfen.

Ein ganz besonderer Augenschmaus wird einem aber zuteil, wenn man das Innere der alten Apotheke besucht: Eine Einrichtung, die vermutlich anlässlich der Eröffnung im Jahr 1888 schon im Original so eingebaut war. Nun ist es ja so, daß diese Apotheke schon öfter den Besitzer gewechselt hat und nun an diesem Standort seit 128 Jahren Medikamente ausgibt.

Kann man sich vorstellen, wieviele Kunden und Kranke hier eingekauft haben und wieviele Tabletten über die historischen Verkaufspulte gereicht worden sind? Es sind sicher abertausende, wahrscheinlich doppelt so viele Menschen, als Wien derzeit wohnen, also um die 3,5 Millionen Kunden, die hier ihre Erlösung von Krankheiten fanden.

Das muss man sich erst einmal vorstellen können: 3,5 Millionen Einkäufe, 3,5 Millionen mal die Flaschen aus dem Regal genommen und wieder zurück gestellt, das hält doch kein Möbel aus, oder?

Oder doch? Der Liebe zum Originalmobiliar der neuen Chefin, Frau Mag. Kronemann ist es zu verdanken, dass dieses Kleinod der Handwerkskunst nicht im Müll gelandet ist, sondern restauriert werden durfte.

Gefertigt aus edlem und massivem Eichenholz hat diese alte Ladeneinrichtung die lange Zeit ganz gut überdauert. Natürlich gab es Schrammen durch die tägliche Arbeit. Eine Ecke abgeschlagen dort, eine abgenutzte Stelle da, eine fehlende Lade oder ausgebrochene Front hier. Natürlich hat die jahrzehntelange Reinigung mit hochgepriesenen aber leider schlechten Supermarktreinigern Ihres dazu getan, die Schönheit und die Oberfläche des Holzes zu verschlimmern.

Nun haben sich im Winter 2015/2016 zwei gefunden, die eine Liebe zu altem und renovierungsbedürftigen Möbeln haben. Da ist einerseits die frischgebackene Chefin, die fast 30 Jahre lang in dieser Apotheke gearbeitet hat und diese nun übernahm, und andererseits Michael Winkler mit seinem Tischlerdienst, der sich auf Reparaturen und Instandhaltung aller Art von Möbeln und Holz spezialisiert hat, um dem schönen Alten zu seinem Recht zu verhelfen und die Umwelt zu schonen, in dem man Gutes bewahrt.

Diese beiden Personen standen am Anfang der Erfolgsgeschichte. Es war nicht ganz leicht, sich über eine Sanierung zu trauen, wenn man nicht genau weiß, welcher Lack vor 128 Jahren verwendet wurde und was sich damit heute verträgt. Eine lange Reihe von Versuchen wurde gestartet, bis endlich das aufwändige Prozedere feststand, und man sich über die Arbeit wirklich bei allem Restrisiko traute.

Es hieß schleifen, ablaugen, absilikonieren, schleifen, schleifen, beizen, streichen und wieder lackieren. Was sich in einem kurzen Satz schreiben lässt, ist in der Praxis ein schwieriges Unterfangen. Im laufenden Betrieb, bei eingebauten Möbeln, mit einem solch heiklen Produkt. Da gehört Logistik, Feinplanung, 50 Rollen Abdeckfolie und ein Karton Schleifpapier dazu, um das zu bewerkstelligen.

Am Wichtigsten aber ist das Team, das eine solche Arbeit durchführt. Hier braucht es Leidenschaft, um einer solch schmutzigen Arbeit nachzugehen. Die Leidenschaft, am Ende der Arbeit durch ein strahlendes Lächeln der Chefin belohnt zu werden und natürlich das Wissen, an etwas ganz besonderem Teil zu haben.

Es brauchte viele Wochen, um diese Arbeiten schrittweise und überlegt durchzuführen, ohne den Betrieb zu stören. In einer von Frühjahr bis Spätherbst dauernden durchgeplanten Aktion wurde die Apotheke völlig aufgefrischt.

Zu Guter Letzt haben sich die Tischler noch an die Sanierung der Original Fenster und der 3m hohen Fensterlaibungen gemacht. Jetzt ist das Schmuckstück wieder bereit für die nächsten 128 Jahre. Vor allem bei der Verwendung der richtigen Reinigungsmittel.

So stellt man sich Erhaltung und Weiterverwendung von erhaltenswertem Altbestand vor. Ich bin sicher, in Zukunft werden noch mehr Leute die Nase zur Türe hereinstrecken, nur um die schönen Möbel in neuem Glanz zu bewundern. Ein ganz großes Lob der Apothekerin, die mir Herz und Hirn eine Erhaltung Vorrang gegeben hat, vor einer Kommerzmodernisierung. Es mögen Ihr noch viele Beispiele folgen.

Das alte Wien lebt auf und die Besucher danken ihr dafür, dass sie Labsal für die Augen erhalten hat.

 

 

 

 


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