Allergikergerechtes Wohnen: Wie Sie ein gesundes Wohnumfeld erschaffen

Allergiker können ihre Wohnung so einrichten, dass Allergien keine Chance mehr haben. Das ist allerdings nicht so einfach, denn überall lauern Allergene. Wir zeigen in diesem Beitrag auf, welche Belastungen im Wohnumfeld vorhanden sind und welche Lösungen es für allergikergerechtes Wohnen gibt.


Die häufigsten Allergien im Wohnbereich

Zu den häufigsten Belastungen im Wohnumfeld zählen vor allem folgende Allergien:

  • Hausstaubmilben-Allergie
  • Stauballergien (Feinstaubbelastung)
  • Allergien gegen verschiedene chemische Stoffe im Innenraum (Schwermetalle, Formaldehyd, Lösemittel, Pestizide, Fungizide, etc.)
  • Schimmelpilze (allergische Reaktionen, Kopfschmerzen, Schnupfen, Schlafstörungen, brennende Augen durch Pilzsporen)
  • Pollenallergien
  • Allergien gegen Tierhaare

 

Bild: Ozonos
Bild: Ozonos

Zusätzliche Belastungen im Wohn- und Arbeitsbereich

Neben allergieauslösenden Stoffen gibt es noch eine Reihe weiterer Einflüsse im Wohn- und Arbeitsbereich, die das Wohnklima negativ beeinflussen und gesundheitliche Störungen hervorrufen können. Diese Belastungen werden vielfach nicht bewusst wahrgenommen.

Müdigkeit, Kopfschmerzen oder sonstige diffuse Symptome werden dann oft einer Allergie oder anderen Krankheitsbildern zugeschrieben und mit Medikamenten behandelt. Die eigentliche Ursache hingegen bleibt unentdeckt.

Nachfolgend möchten wir daher für Belastungen im Wohnraum sensibilisieren, die oftmals nicht erkannt werden und insbesondere für Allergiker eine zusätzliche Belastung darstellen können:


1. Belastung durch Elektrosmog


Künstliche elektromagnetische Felder v.a. des Mobilfunks zwingen den natürlichen Schwingungen der Zellen und Organe unnatürliche Schwingungen auf und veranlassen den Organismus zu Stress- und Falschreaktionen. Elektrosensible Menschen können derartige Belastungen des Organismus wahrnehmen und reagieren darauf mit körperlichen und/oder seelischen Beschwerden und Störungen.

Dabei handelt es sich, vergleichbar mit allergischen Reaktionen, um eine überschießende Reaktion des Immunsystems und den Versuch der Selbstregulation auf diesen elektromagnetischen Stress. Aufgrund Ihres geschwächten Immunsystems reagieren insbesondere Allergiker, Chemikaliengeschädigte und Umweltkranke auf diese Störeinflüsse.

2. CO2-Belastung im Innenraum


Zu viel CO2 in der Raumluft aufgrund einer schlechten Belüftungssituation belasten die Gesundheit und können zu Beschwerden wie Unwohlsein, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche und Produktivitätsverlust führen.

3. Positive Luftionen nehmen überhand


Negative Ionen haben eine positive Wirkung auf unsere Gesundheit, während positive Ionen schädlich für uns sind. Positive Ionen werden im Innenraum durch Kunststoffe, aber auch elektrische Geräte wie Fernseher, Computer oder Klimaanlage erzeugt. Sie gelangen durch die Atemwege tief in die Lunge und können zu Müdigkeit, einem schwachen Immunsystem, psychologischen Problemen, Schlaflosigkeit und Atemproblemen führen.

4. Belastung durch falsches künstliches Licht


Zu wenig natürliches Licht im Wohnraum und falsches künstliches Licht (Farbspektrum des Lichts, Flackern, zu wenig Helligkeit) kann erhebliche Gesundheitsschäden nach sich ziehen. Die potenziell schädigende Wirkung des künstlichen Lichts entsteht vor allem durch die Farbzusammensetzung, da dem Licht aus Neon-Röhren, Energie-Sparbirnen oder LEDs bestimmte Farbspektren fehlen. Das Gehirn muss als Ausgleich farbige Filter dazuschalten, was zu Dauerstress führt. Ebenso kann das – für das Auge meist unsichtbare – Flackern von Licht zu Symptomen wie Ermüdung oder Kopfschmerzen führen.

5. Wohnpsychologische Probleme


Wohnpsychologie beschäftigt sich mit den psychologischen Kriterien für eine menschengerechte Wohnumwelt sowie mit der Wirkung dieser Wohnumwelt auf das menschliche Verhalten, Fühlen, Denken und Handeln wie auch auf die psychische Gesundheit. Wohnpsychologie ist demnach ein weites Feld. Es beginnt schon mit der Gestaltung des Zugangs zum Haus und geht über die richtige Anordnung der Räume bis hin zur Einrichtung der Zimmer.

6. Akustische Probleme


Raumschall von Nachbarwohnungen stellt auf Dauer für viele Menschen einen nicht zu unterschätzenden Stressfaktor dar. Aber auch Räume mit schlechter Raumakustik (zu lange Nachhallzeit = Halleffekt) bewirken ein Anheben des allgemeinen Geräuschpegels und können zu einem Stressgefühl führen. Erhöhter Stress wiederum schwächt den Körper auf Dauer und macht Menschen anfälliger für Krankheiten und Allergien.


Lösungen für allergikergerechtes Wohnen

Allergikergerechtes Wohnen bedeutet, dass das eigene Wohnumfeld so gestaltet wird, dass der Innenraum nahezu frei von allergischen Belastungen ist und zusätzliche Belastungen reduziert werden.

Um Betroffenen eine fundierte fachliche Beratung anbieten zu können, haben wir gemeinsam mit Experten aus verschiedenen Fachrichtungen Angebote für umfassende Lösungen entwickelt. Die Mitglieder unseres multidisziplinäres Expertennetzwerkes sind – so wie wir auch – im Rahmen des Qualifizierungsnetzwerkes „Gebäudesoftskills“ an der Uni Krems sowie in der Arbeitsgruppe „GAWO“ (Gesund Arbeiten und Wohnen) aktiv tätig.

Somit können wir Ihnen eine umfassende, ganzheitliche Beratung zum Thema allergikergerechtes Wohnen anbieten – von allergenarmer Einrichtung über Bio-Baustoffe und Luftreinigung bis hin zu allergikergerechten Heizsystemen.


Der Musterraum für allergikergerechtes Wohnen

Vor diesem Hintergrund ist auch unser Musterraum speziell für Allergiker entstanden, um diverse Möglichkeiten anschaulich darzustellen. Hier können Sie sich selbst ein Bild machen, testen und sich umfassend beraten lassen. Folgendes erwartet Sie im Musterraum:

  1. Massivholzmöbel
  2. Massivholzbetten
  3. Allergikermatratze
  4. Holzboden roh/geölt
  5. Wandanstrich offenporig
  6. Pollenschutz
  7. Luftreiniger (Ozonos)
  8. Bio-Baustoffe mit einer offenen (atmenden) Oberfläche
  9. Heizsysteme ohne Staubentwicklung/Luftwalzen
  10. Darstellung einer Lichtmessung
  11. Darstellung einer Elektrosmog-Messung

Nachfolgend finden Sie kurze Erläuterungen zu den einzelnen Themen-Bereichen unseres Musterraumes.


1. Holzmöbel für Allergiker


Holz ist für Allergiker besonders gut geeignet, da es sowohl die Feinstaubbelastung als auch die unangenehmen Auswirkungen der Hausstaubmilbe erheblich reduziert. Außerdem lädt sich Holz nicht elektrostatisch auf, sodass weniger Staub daran hängenbleibt. Für Allergiker sind daher Massivholzmöbel besonders vorteilhaft. In Hinblick auf die Einrichtung sollten Allergiker auch darauf achten, möglichst wenig Stoffe (Stoff-Couch, Vorhänge, Teppiche) zu verwenden, da sich hier Staubmilben besonders gerne aufhalten.


Bild: Trapa © Möbelwand aus geöltem Massivholz
Bild: Trapa © Möbelwand aus geöltem Massivholz

2. Massivholzbetten im Schlafzimmer


Holz als bevorzugtes Material für allergikergerechtes Wohnen gilt vor allem auch für das Schlafzimmer. Massivholzbetten wirken sich sehr positiv auf Schlaf und Gesundheit aus. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel "Gesunder Schlaf: Tipps für gute Schlafqualität".


Bild: Massivholzbett aus Zirbe
Bild: Massivholzbett aus Zirbe

3. Allergikermatratzen


Die extrem hohe Luftdurchlässigkeit von Allergikermatratzen bewirkt, dass wesentlich mehr Feuchtigkeit aufgenommen und abgegeben werden kann als dies bei herkömmlichen Matratzen der Fall ist. Dadurch wird der Lebensraum z.B. der Hausstaubmilbe stark reduziert.


Bild: Elastogen Matratze für Allergiker
Bild: Elastogen Matratze für Allergiker

4. Holzböden


Massivholzböden (geölt oder naturbelassen) sind das beste Mittel gegen eine Hausstaubmilben-Allergie. Grund hierfür sind Raubmilben, die im Holzboden leben und Hausstaubmilben fressen. Für den Menschen sind Raubmilben hingegen vollkommen unbedenklich. Eine weitere Reduktion von Hausstaubmilben lässt sich durch Wischen anstatt von Staubsaugen erreichen. Denn Staubsauger nehmen lediglich groben Staub auf und blasen Feinstaub wieder in den Raum.


Bild: Landhausdiele in Eiche © Trapa
Bild: Landhausdiele in Eiche © Trapa

5. Offenporige, natürliche Wandanstriche


Natürliche Materialien wie Lehmputze, Lehmfarben oder Leinölfarben reduzieren die Belastungen für Allergiker erheblich. Sie sind in unterschiedlichsten Farbausführungen erhältlich. Hier ein Beispiel für Lehmputz Farbvarianten.


Bild: Lehmputz in verschiedenen Farbvarianten zur Reduktion von allergischen Belastungen
Bild: Lehmputz in verschiedenen Farbvarianten zur Reduktion von allergischen Belastungen

6. Pollenschutz für Fenster und Türen


Mit einem Pollenschutz für Fenster und Türen lässt sich Ihre Wohnung effektiv gegen das Eindringen der winzigen Allergieauslöser abschirmen. Der Blütenstaub bleibt dann auch bei geöffnetem Fenster draußen. Pollenschutzgitter sind sehr feinmaschige Vliese, die am Fenster- bzw. Türrahmen befestigt werden. Zu beachten ist, dass günstige Pollenschutzgitter aufgrund ihrer engen Maschen die Luftdurchlässigkeit und den Lichteinfall beeinträchtigen. Qualitativ hochwertiger Pollenschutz reduziert jedoch diese Einschränkung der Wohnqualität.


Bild: Pollenschutzgitter für ISG Rahmen, damit der Bütenstaub draussen bleibt
Bild: Pollenschutzgitter für ISG Rahmen, damit der Bütenstaub draussen bleibt

7. Luftreinigung zur Reduktion von Partikeln


Luftreiniger erhöhen die negativen Ionen und reinigen die Luft von Staub und Gerüchen. Der mobile Luftreiniger OZONOS ist beispielsweise insbesondere für Allergiker geeignet – egal ob Pollenallergene, Tierhaare oder Hausstaub. Das integrierte System benötigt weder Chemikalien noch Filter, sondern eliminiert gesundheitsschädliche Mikroorganismen durch kontrollierten Ozonausstoß:

  • Der integrierte Ventilator saugt belastete Luft in das Innere des OZONOS.
  • Die speziell entwickelte UV-C Leuchte erzeugt aus dem Luftsauerstoff Ozon.
  • Das reaktionsfreudige Ozon verbindet sich umgehend mit Geruchsmolekülen, Proteinen oder Fetten.
  • Sporen, Keime, Gerüche etc. werden dadurch beseitigt.
  • Anschließend wird die gereinigte Luft wieder in den Raum rückgeführt.

Der OZONOS Luftreiniger ist auch als Stehlampe erhältlich und auf diese Weise sehr schön und dezent in die Einrichtung integrierbar.


Bild: OZONOS Luftreiniger integriert in einer Stehlampe © Ozonos
Bild: OZONOS Luftreiniger integriert in einer Stehlampe © Ozonos

8. Heizsysteme für Allergiker


Bei der klassischen Radiatorenheizung wird die Luft angesaugt, erwärmt und steigt dann auf. Infolgedessen entsteht ein Luftkreislauf, der den feinen Staub aufwirbelt. Für Allergiker empfiehlt sich daher ein Heizsystem, welches keine Staubentwicklung verursacht. Dazu gehören Flächenheizungen, die Wärme wie bei einem Kachelofen flächig abstrahlen und keine Luftwalze erzeugen. In unserem Musterraum können Sie verschiedene Heizsysteme begutachten, die für Allergiker bestens geeignet sind. Hier einige Beispiele:


Bilder: 1. Wandheizung für Trockenbau (C) Variotherm / 2. Carbon-Heizanstrich © Korntheuer / 3. Infrarotheizung Naturstein © Nake
Bilder: 1. Wandheizung für Trockenbau (C) Variotherm / 2. Carbon-Heizanstrich © Korntheuer / 3. Infrarotheizung Naturstein © Nake

9. Reduzierung von Elektrosmog Belastungen


Für einen effektiven Elektrosmog Schutz stehen Ihnen grundsätzlich zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Vermeiden oder Reduzieren. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie möglicherweise durch Elektrosmog belastet sind, können Sie mithilfe einer Elektrosmog-Messung die Verursacher und die Stärke von Elektrosmog feststellen.

Zuverlässige Messungen liefern allerdings nur qualitativ hochwertige Messgeräte. Eine korrekte Messung erfordert zudem Fachwissen. Grundsätzlich empfiehlt es sich daher, zumindest eine erste Messung in den Wohnräumen von einem Experten durchführen zu lassen und eventuelle Maßnahmen mit diesem zu besprechen. Diesbezüglich verfügen wir über das entsprechende Know-how und unterstützen Sie gerne.


Bild: Elektrosmog Schutz
Bild: Elektrosmog Schutz © Conrad.de

10. Die optimale Beleuchtung


Basis jeder Optimierung von Lichtverhältnissen und Beleuchtung sollte eine Lichtmessung sein. Denn mit freiem Auge sind Störquellen bzw. Belastungen oft nicht erkennbar. Hier das Beispiel einer Lichtmessung:


Bild: Beispiel einer Lichtmessung
Bild: Beispiel einer Lichtmessung

Fazit: Allergikergerechtes Wohnen

Wir halten uns 95 Prozent unseres Lebens in Innenräumen auf. Somit ist es wichtig, dass Innenräume „gesund“ sind. Das gilt vor allem für Allergiker, deren Immunsystem ohnehin schon geschwächt ist. Die Möglichkeiten zur Schaffung eines allergenarmen und gesunden Wohnumfeldes sind vielfältig. Unser Expertennetzwerk unterstützt Sie gerne bei Ihren Fragen. Besuchen Sie auch unseren Musterraum und verschaffen Sie sich einen Überblick über mögliche Lösungen.

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