Holzterrasse bauen – was ist zu beachten?

Wer sich eine neue Holzterrasse verlegen lassen möchte, ist mit vielen Fragen konfrontiert. Welche Terrassendielen sollen es sein? Welches Holz ist für die Unterkonstruktion geeignet? Was ist ein konstruktiver Holzschutz? Was kostet eine Holzterrasse? Die wichtigsten Fragen rund um den Bau einer Holzterrasse beantworten wir Ihnen in diesem Artikel.

Übersicht

Terrassendielen Holz – welche Holzart ist geeignet?

Für Holzterrassen gibt eine breite Auswahl an verschiedenen Holzarten. Wir stellen Ihnen hier einige gut geeignete Hölzer vor, die wir anbieten.

1. Bangkirai: Tropenholz
Bangkirai ist ein mittelbraunes, hochwertiges Tropenholz, welches über hohe Stabilität und Härte verfügt. Die Holzdielen werden in nicht trockenem Zustand per Schiff geliefert und trocknen dann vor Ort auf der Terrasse.

2. Thermoholz: Hohe Beständigkeit mit Thermokiefer und Thermoesche
Die Thermoesche hat eine schokobraune Färbung, während die Thermokiefer einen mittelbraunen Farbton aufweist. Bei beiden Holzarten handelt es sich um heimisches Holz, welches mit einem thermischen Verfahren bei 200°C und ohne chemische Zusätze behandelt wird. Das Holz kann dadurch keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen und nicht aufquellen. Thermoholz ist sehr widerstandsfähig und steht Tropenhölzern in Hinblick auf Langlebigkeit um nichts nach.

3. Eiche: Gute Alternative zu Bangkirai und Thermoholz
Die mittelbraune Eiche ist ein heimisches Hartholz, welches zwar nicht so widerstandsfähig wie Bangkirai oder die thermisch behandelten Hölzer ist, aber eine sehr gute Alternative darstellt.

4. Zedernholz: Die optimale Barfußdiele
Das hellbraune Zedernholz ist ein Terrassenholz aus den USA, das sehr leicht und weich ist. Aufgrund seiner geringen Dichte wird es bei weitem nicht so heiß wie sehr harte, dichte Hölzer. Als Barfußdiele ist es wie kein anderes Holz geeignet. Es bildet auch keine feinen Oberflächen-Spannungshaarrisse. 

5. Lärche: Günstig, aber nicht sehr beständig
Die rötlich-braune, mittelharte Lärche kommt meist aus Sibirien und weist mit einer Bahnfahrt von 6.000 km nicht unbedingt die beste Ökobilanz auf. Der Grund für die weite Reise liegt darin, dass die Lärche aus unseren heimischen Wäldern meist zu astig ist und daher von Kunden nicht gerne gekauft wird. Die Lärche gehört zum billigeren Terrassenholz, sie ist aber weniger hart und auch nicht sehr wetterbeständig. Da sich bei Nadelbäumen die sichelartigen Holzschiefer sehr leicht aufstellen, ist die Lärche nicht unsere 1. Wahl für Barfußdielen.

© Thermoesche Sitzplatz
© Thermoesche Sitzplatz

Warum wir von WPC Terrassendielen abraten

Terrassendielen aus WPC (Wood Plastic Composite) werden aus Holzspänen und Sägemehl sowie Kunststoff und entsprechenden Additiven im Extrusionsverfahren hergestellt. In der Regel beträgt der Kunststoffanteil 40 Prozent, bei billigen WPC Terrassendielen sind bis zu 60 Prozent Kunststoff enthalten. Dabei handelt es sich meist um PVC, welches nicht unbedingt das gesündeste Material ist und darüber hinaus auch in der Entsorgung Probleme aufwirft.

Hinzu kommt, dass etwa 90 Prozent der WPC Terrassendielen den Nachteil haben, dass sie nicht über die angenehmen Eigenschaften von Holz verfügen. Das bedeutet, sie werden im Sommer brennheiß und bei kühlem Wetter sehr kalt. Auch optisch haben sie mit Holz nicht mehr viel gemein. Aus den genannten Gründen empfehlen wir WPC Terrassenböden daher auch nicht und bieten sie auch nicht an.

Sind glatte oder geriffelte Terrassendielen besser?

Terrassendielen mit Feinriffel-Profilen werden bereits seit vielen Jahren verlegt. Wir raten allerdings von geriffelten Dielen ab, da sich in den Verriffelungen das Wasser sammelt und dort zu einer vermehrten Algenbildung führt. Der Terrassenboden wird dadurch nicht nur rutschig, sondern erhält durch absterbende Algen auch einen dunklen, gräulichen Touch.

Daher empfehlen wir glatte oder gebürstete (aufgeraute) Varianten. Sie sind rutschfester und langfristig auch schöner anzusehen.

Eine Ausnahme bildet Bankirai, welches auf der Oberseite immer mit einer groben „Schiffsdeck-Riffelung“ und auf der Rückseite mit einer Feinriffelung versehen ist.

Die Schiffdeck-Riffelung ist so groß, dass Sessel oder Liegestühle nicht in die Rille hineinrutschen, sondern darüber gleiten. Die Feinriffelung auf der Unterseite dient der Hinterlüftung und verhindert, dass Wasser in der Unterkonstruktion stehen bleibt.

Diesen Vorteil geriffelter Terrassendielen kann man sich übrigens auch bei anderen Holzarten zunutze machen, indem man die Feinriffelung nicht auf der Oberseite, sondern auf der Unterseite verwendet. Dadurch ist auch hier eine Hinterlüftung gegeben und das Wasser kann in der Unterkonstruktion nicht stehen bleiben.

© Bankirai Terrassendielen
© Bankirai Terrassendielen

Was versteht man unter Holzdimension?

Die Holzdimension beschreibt, wie dick und wie breit Terrassenbretter sind. In der Praxis haben sich – je nach Größe der Baumart – gewisse Querschnitte etabliert. Bangkirai wird zum Beispiel immer mit 14,5 cm Breite und 27 mm Dicke ausgeliefert, die Esche meist mit 10 cm Breite und 27 mm Dicke und die Kiefer mit 11,6 oder 14 cm Breite. Bei den hier genannten Maßen handelt es sich allerdings nicht um eine offizielle Norm, sondern vielmehr um eine interne Norm, die sich in der Branche durchgesetzt hat. Ob Sie nun breitere oder schmälere Dielen wählen, ist in erster Linie eine optische Entscheidung.

Was ist bei der Unterkonstruktion zu beachten?

Für einen Terrassenboden aus Holz ist immer eine Unterkonstruktion notwendig, auf der die Holzdielen aufgebracht werden. Wie der Unterbau verlegt wird, ist abhängig von den örtlichen Gegebenheiten. In Hinblick auf die optische Gestaltung unterscheidet man zwei Arten der Befestigung:

  • Sichtbare Befestigung: Bei dieser Variante werden die Bretter von oben verschraubt. Man sieht dann die Schrauben bei jedem Brett und bei jeder Kreuzung mit der Unterkonstruktion. Wichtig ist hier, Edelstahlschrauben zu verwenden, die nicht korrodieren und verrosten.
  • Unsichtbare Befestigung: Hier gibt es verschiedenste technische Hilfsmittel, Klammern und Verschlußsysteme aus Kunststoff oder Edelstahl, um die Bretter an der Rückseite anzuschrauben und die Schrauben damit unsichtbar zu machen.

Die unsichtbare Befestigung spricht zwar viele Menschen optisch mehr an, allerdings bietet die verschraubte Variante einen wesentlichen Vorteil: Wenn zum Beispiel eine Diele kaputt ist oder nachträglich ein Wasserschlauch oder eine Stromverkabelung verlegt werden soll, dann schraubt man einfach ein bis zwei Bretter ab und kann das Kabel verlegen oder Brett austauschen. Bei verdeckten Verschraubungen ist das komplizierter.

© Thermoesche – Terrassendielen verschraubt
© Thermoesche – Terrassendielen verschraubt

Welches Holz ist für die Unterkonstruktion geeignet?

Als Holz für die Unterkonstruktion kann man eine beliebige Holzart verwenden, sofern sie über eine gewisse Härte verfügt. Die Unterkonstruktion sollte aber mindestens so beständig wie die Bretterlage sein. Verwendet man für den Unterbau ein geringwertigeres Holz, dann ist das so, als würde man ein Haus auf einem schlechten Fundament bauen. Hier wird oft gespart und dann wundert man sich, wenn nach einigen Jahren unten alles morsch ist.

Was bedeutet konstruktiver Holzschutz?

Der sogenannte konstruktive Holzschutz ist ein wichtiger Arbeitsschritt beim Holzterrasse bauen. Dabei geht es darum, zwischen den Latten der Unterkonstruktion und den Deckbrettern als Verbindungsstück Distanzgummileisten, Aluprofile oder ähnliches einzubauen. Damit wird gewährleistet, dass Wasser gut ablaufen kann und keine Staunässe entsteht. Oft wird auf den konstruktiven Holzschutz verzichtet und nach zwei Jahren stellen Terrassenbesitzer dann fest, dass das Holz darunter morscht und bricht. Der konstruktive Holzschutz macht zwar einen höheren Preis aus, dafür wird aber die Langlebigkeit extrem erhöht.

© Zedernholz Terrasse mit Unterkonstruktion
© Zedernholz Terrasse mit Unterkonstruktion

Wie kann man die Holzfarbe über die Jahre erhalten?

In Österreich möchten viele Menschen, dass das Holz immer schön braun bleibt – was natürlich schwierig ist, weil sich das Holz im Laufe der Zeit durch die UV-Strahlen der Sonne verändert. Es wird bei den meisten Holzarten bereits nach etwa zwei Jahren silbergrau. Das kann man nur verhindern, indem man es jährlich mit einem guten Holzöl, das UV-Schutz beinhaltet, streicht.

Wichtig: Um die Beständigkeit des Holzes zu erhalten, muss es nicht gestrichen oder behandelt werden. Wichtig ist diesbezüglich der konstruktive Holzschutz. Wenn der nicht passt, kann man Terrassenöl oder Farbe streichen so viel man will, das würde nichts ändern.

Welche Faktoren beeinflussen den Preis von Terrassendielen?

Für Terrassendielen ein und dieselben Holzart sind auf dem Markt teilweise sehr unterschiedliche Preise zu finden. Der Grund dafür sind vor allem die Qualität des Holzes und die Länge der Dielen:

1. Qualität des Holzes
Jedes Holz hat, wenn man es aus dem Baum schneidet, teilweise das Bestreben sich zu verdrehen und zu verziehen. So gibt es beispielsweise bei Bangkirai unterschiedliche Qualitäten auf dem Markt – je nachdem, wie schön und gerade die Bretter sind. Da wir auf Qualität Wert legen, verwenden wir nur beste Qualität, wenn wir eine Terrasse verlegen. Die schlechten, verzogenen Bretter werden vorher aussortiert. Falls doch einmal ein grob verdrehtes Brett dabei ist, dann tauschen wir es auch später noch kostenlos aus.

2. Länge der Terrassendielen
Grundsätzlich ist es so, dass es verschiedene „fallende“ Längen gibt. Das bedeutet, je nachdem wie der Baum verwertbar ist, fallen Bretter in verschiedenen Längen an, die sinnvoll verwendet werden können. Je länger die Bretter sind, desto teurer sind sie, da lange Bretter anfälliger für Verdrehen und Verziehen und daher seltener in guter Qualität zu finden sind. Bretter unter 3 oder 4 Metern (je nach Holzart) sind günstiger als darüber hinaus gehende Längen. Wir achten daher immer darauf, optimale – also Verschnitt optimierte – Längen für unsere Kunden zu berechnen und zu bestellen.

© Thermokiefer Terrasse: Dielen mit Wellnessprofil
© Thermokiefer Terrasse: Dielen mit Wellnessprofil

Was kostet eine Holzterrasse?

Der Preis für eine Holzterrasse setzt sich aus den Kosten für die Terrassendielen, die Materialkosten für die Unterkonstruktion sowie die für den Bau erforderliche Arbeitszeit zusammen.

1. Terrassendielen Kosten
Thermoesche, Eiche und Bangkirai gehören zu den hochpreisigen Holzarten. Speziell bei Bangkirai gibt aufgrund hoher Qualitätsunterschiede sehr unterschiedliche Preise. Eine günstige Bangkirai Variante sind sogenannte längsverzinkte Dielen, bei der 40 bis 50 cm lange Holzstücke aneinander geleimt werden.

Die Zeder liegt im mittleren Preisfeld. Etwas günstiger ist die Thermokiefer, gefolgt von der günstigsten Variante der Lärche. Die Lärche ist allerdings jene Holzart mit den meisten verschiedenen Dimensionsmöglichkeiten. Je nach Dimension kann der nachfolgend angegebene Richtpreis entsprechend überschritten werden.

Die hier angegebenen Preise sind als Richtpreise für Terrassendielen in guter Qualität zu verstehen (Stand Juli 2019):

Holzart Richtpreis € / m2
inkl. UST
Bangkirai 85,00
Thermoesche 95,00
Thermokiefer 50,00
Eiche 95,00
Zeder 70,00
Lärche 35,00


2. Unterkonstruktion
Der Gesamtpreis für die Unterkonstruktion ist zum einen beeinflusst von der Materialqualität, aber auch von den gegebenen Bodenbedingungen.

Die Materialkosten für die Unterkonstruktion setzen sich aus dem Holzmaterial, Schrauben, Material für den konstruktiven Holzschutz (Gummileisten, etc.) sowie „Ausgleichen“ zusammen.

Wird die Terrasse z.B. auf einer fertigen Betonterrasse verlegt, dann fallen weniger Kosten an, als bei Verlegung auf einer unebenen Wiese oder auf einem Hang. Der Grund hierfür liegt darin, dass für schwierige Böden mehr Ausgleichsmaterial benötigt wird und zudem der Arbeitsaufwand höher ist.

3. Arbeitskosten
Zu den Materialkosten für die Terrassendielen und die Unterkonstruktion kommen noch die Arbeitskosten für das Verlegen der Terrasse hinzu. Sie belaufen sich auf ca. 100 Euro/m2. Bei schwierigen Vorbedingungen kann der Preis bis auf das Doppelte steigen.

Tipp: Holzforschung Austria – Garten Tulln

Auf dem Gelände der Garten Tulln wurde im März 2010 von der Holzforschung Austria im Rahmen eines Forschungsprojektes eine Terrasse mit 68 Versuchsfeldern errichtet. Die Forscher haben dort getestet, wie gut sich verschiedenste Holzaufbauarten und Holzarten für Holzterrassen eigenen. Getestet wurden:

  • heimische und nicht heimische Holzarten
  • modifizierte und imprägnierte Hölzer sowie Holzwerkstoffe
  • unterschiedliche Oberflächenstrukturen
  • unterschiedliche Oberflächenbehandlungen
  • unterschiedliche Befestigungsarten

Die Fläche in der Größe eines Fußballfeldes ist öffentlich zugänglich. Falls Sie sich also die unterschiedlichen Terrassendielen im Zeitverlauf ansehen möchten, können Sie diese auf dem Gelände der Garten Tulln besichtigen.

Die Erkenntnisse aus diesen Versuchen wurden auch in einem Fachbuch dokumentiert, welches wir immer wieder zu Rate ziehen. Holzterrassen kann man also entweder so bauen, dass man im Baumarkt billige Bretter kauft und aneinanderschraubt, oder man kann mit etwas wissenschaftlichem Background langlebigere Lösungen finden. 

Zurück